Steuerklassen in Deutschland: So optimieren Ehepaare ihr Nettoeinkommen
Das System der Steuerklassen verstehen
In Deutschland gibt es sechs verschiedene Steuerklassen. Während Singles automatisch in die Steuerklasse 1 eingeordnet werden, haben verheiratete Paare oder eingetragene Lebenspartner die Wahl. Diese Wahl entscheidet zwar nicht über die endgültige Steuerlast des Jahres, aber sehr wohl darüber, wie viel Geld Ihnen jeden Monat netto zur Verfügung steht.
Die klassische Kombination 3 und 5
Diese Kombination wird oft gewählt, wenn ein Partner deutlich mehr verdient als der andere (z.B. 60% zu 40% des Gesamteinkommens). Der Gutverdiener in Klasse 3 hat sehr geringe Abzüge, während der Geringverdiener in Klasse 5 prozentual sehr hoch besteuert wird. In der Summe hat das Paar monatlich mehr Netto, ist aber meist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, bei der es oft zu Nachzahlungen kommen kann.
Die Steuerklasse 4 mit Faktor
Dies ist die modernere Variante. Beide Partner werden nach ihren tatsächlichen Anteilen besteuert. Durch den 'Faktor' wird vermieden, dass man dem Staat unterjährig zu viel Geld leiht. Es ist die fairste Methode, da jeder Partner so viel Steuern zahlt, wie es seinem Einkommen entspricht. Nachzahlungen am Jahresende sind hier seltener.
Was passiert bei Steuerklasse 6?
Diese Klasse ist die teuerste und gilt für jeden weiteren Nebenjob. Wenn Sie also zwei versicherungspflichtige Jobs haben, wird der zweite Job immer nach Klasse 6 besteuert – hier gibt es keine Grundfreibeträge, was zu sehr hohen Abzügen führt.